[Special] 2000 Jahre Beziehungsturbulenzen zwischen England und Europa

Hier einmal außerhalb der Reihe: Ich habe mich mit Ralf Grabuschnig von Dèjà-vu Geschichte über das Auf und Ab der Beziehungen zwischen England und Europa unterhalten. Anlass hierfür war das Buch Endstation Brexit, das Ralf Grabuschnig geschrieben hat. Und die Geschichte zeigt uns, dass der Brexit für die Briten eigentlich gar nichts Neues ist.

Wie bist du auf die Idee gekommen, ein Buch über englisch-europäische Geschichte zu schreiben?

Grabuschnig: Eine gewisse Begeisterung für England hatte ich schon immer. Zum Zeitpunkt des Referendums war ich gerade in Großbritannien und durch die Eindrücke damals, kam ich auf die Idee, mir die englisch-europäische Beziehung einmal von der historischen Seite anzuschauen. Der Brexit war also sozusagen der Stein, der alles ins Rollen brachte.

Du schreibst, Geschichte soll dazu dienen, unsere heutige Welt besser zu verstehen. Wie hilft die Geschichte dabei, den Brexit besser zu verstehen?

Grabuschnig: Was ich mit meinem Buch vor allem zeigen will ist, dass der Brexit eigentlich gar nicht so neu ist für Britannien und Europa. Ich möchte mit diesem Buch auch ein Stück weit die Emotionalität rausnehmen, mit der diese Debatte geführt wird. Der Brexit wirkt auf viele wie DAS alles-verändernde Ereignis. Aber zwischen Europa und Großbritannien gab es schon immer ein starkes hin und her. Man kann es sich eher wie eine Pendelbewegung vorstellen.

Ist der Brexit also eigentlich nichts Neues für die Briten?

Grabuschnig (lacht): Auch für die Europäer. Überspritzt könnte man sagen, dass der Brexit eigentlich keine große Überraschung war. Und die 2000 Jahre englisch-europäische Geschichte zeigen, dass es keine Entscheidung ist, die die Geschichte über den Haufen wirft

Gibt es eine Epoche oder einen Abschnitt in der englisch-europäischen Geschichte, den du besonders spannend findest?

Grabuschnig: Einer meiner Lieblingsgeschichten habe ich tatsächlich ein Kapitel in meinem Buch gewidmet. Die Geschichte von John Ohneland. Durch die Robin-Hood-Saga ist John Ohneland den meisten ja als „Prinz John“ bekannt. Auf mich wirkte er aber immer eher wie eine von der englischen Geschichte vergessene Figur. In England wird er auch immer nur „John the bad“ genannt. Dabei ist seine Geschichte extrem spannend. Im Grunde genommen fand zu seiner Zeit der „erste Brexit“ statt, als John Ohneland innerhalb von nur 12 Jahren komplett aus Frankreich „rausgeschmissen“ wurde. Einiges von seinem Verhalten damals lässt sich gut mit heute vergleichen, zum Beispiel der Rückzug auf die Insel.

Was würdest du sagen: Können England und Europa nicht mit oder nicht ohne einander?

Grabuschnig (lacht): Das kommt sehr auf die Zeit an. Prinzipiell würde ich sagen, kommen sie nicht ohne einander aus. Bei dieser Debatte gibt es natürlich viele Menschen, die auch anderer Meinung sind. Überspitzt gesagt, hatte auch das meiste, was die Briten unternommen haben, um unabhängig von den Europäern zu sein, wie zum Beispiel das britische Empire, nicht lange bestand. Zumindest wenn man es mit den 2000 Jahren englisch-europäischer Geschichte vergleicht.

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2 Kommentare zu „[Special] 2000 Jahre Beziehungsturbulenzen zwischen England und Europa

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